Ein Eichhörnchen auf einer Wiese

Eichhörnchen- (mein) Krafttier

Ich habe mich nie intensiv mit Krafttieren beschäftigt, obwohl ich mir ihrer spirituellen Bedeutung stets bewusst war. Den Anstoß, mich nun näher mit diesem Thema auseinanderzusetzen, gab mir das zweite Eichhörnchen in meinem Garten.

Inhaltsverzeichnis

Warum mich Eichhörnchen schon so lange begleiten

Seit vielen Jahren begegnen mir immer wieder Eichhörnchen. Sei es im Wald, im Park, bei der Arbeit oder im eigenen Garten. Zweimal durfte ich sogar Eichhörnchen retten, die nach ihrer Genesung wieder ausgewildert wurden.

Die vergangenen Wochen saß ich nun zu Hause, habe recherchiert und darüber nachgedacht, warum mir diese Tiere immer wieder begegnen. Für mich fühlen sich die Begegnungen längst nicht mehr wie ein Zufall an.

Krafttiere- spirituelle Begleiter auf unserem Weg

Was sind Krafttiere?

Krafttiere – auch Tiergeister oder spirituelle Tiere genannt – gelten als Begleiter auf unserem Lebensweg. Sie stehen uns als Beschützer, Botschafter oder Wegweiser zur Seite. Besonders in herausfordernden Zeiten wollen sie uns auf innere oder äußere Missstände aufmerksam machen und uns Orientierung geben.

Dabei trägt jedes Tier seine ganz eigene Botschaft in sich.

Wichtig ist: Krafttiere sind nicht automatisch unsere Lieblingstiere. Die Verbindung entsteht durch Resonanz, nicht durch Vorliebe. Wäre es anders, wäre mein Krafttier vermutlich eine Katze. 😺

Die Zehn häufigsten Krafttiere

  1. Der Wolf
  2. Der Bär
  3. Der Adler
  4. Die Eule
  5. Der Fuchs
  6. Der Hirsch
  7. Das Pferd
  8. Der Rabe
  9. Die Schildkröte
  10. Der Delfin

Wer sich ausführlicher über die Bedeutung von Krafttieren informieren möchte, dem empfehle ich folgende Beiträge:

Wie das Eichhörnchen in mein Leben trat

Ein Eichhörnchen auf einer Wiese. Man kann sehen das das Hörnchen etwas in den Händen hält- evtl. eine Nuss oder Kastanie
Einfach nur niedlich

Obwohl mir Eichhörnchen seit vielen Jahren immer wieder begegnen, habe ich ihnen lange Zeit wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Meine Vorliebe galt stets allen großen und kleinen Raubkatzen sowie Eulen und Adlern.

Meine erste bewusste Begegnung: April

Das änderte sich, als ich vor einigen Jahren ein Baby-Eichhörnchen rettete. Es war aus seinem Kobel gefallen und trotz langen Wartens meinerseits kam das Muttertier nicht zurück. Und so musste ich eine Entscheidung treffen: Das Baby seinem Schicksal überlassen oder in die Natur eingreifen. Ich entschied mich dafür das kleine, hilflose Wesen zum Tierarzt zu bringen. Hier wurde es notfallmäßig versorgt, bevor ich es zu einer Eichhörnchen- Auffangstation brachte. Dort wurde es auf den Namen „April“ getauft und von lieben Menschen aufgepäppelt. Fast täglich stand ich mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern in Kontakt und habe mich nach Aprils Zustand erkundigt. Und ich war überglücklich als der Tag kam, an dem sie zurück in die Natur gelassen wurde.

Eine zweite Chance: Tiffy

Einige Jahre später rettete ich erneut ein Eichhörnchen. Ich fand es geschwächt am Wegesrand. In meine Jacke gehüllt brachte ich es nach Hause und organisierte gemeinsam mit Vicky eine Pflegestelle. Dort wurde es „Tiffy“ getauft. Sie hatte vermutlich eine Gehirnerschütterung nach einem Sturm – und auch sie fand zurück in die Natur.

Ein Eichhörnchen liegt auf einer blauen Jacke
gebettet auf meiner Jacke in meiner Fahrradtasche nahm ich „Tiffy“ erstmal mit nach Hause
zuhause legte ich „Tiffy“ erstmal auf eine Wärmflasche

Beide Rettungsaktionen und die Tatsache, dass mir immer wieder Eichhörnchen begegnen, geben mir Anlass genug, um mich intensiver mit diesen kleinen, süßen Fellwesen zu beschäftigen.

Krafttier Eichhörnchen- Bedeutung

Das Krafttier Eichhörnchen steht für Wendigkeit, Planung und Lebensfreude. Es ermutigt uns Altlasten loszuwerden, Balance zu finden und flexibel auf Veränderungen zu reagieren.

Das Eichhörnchen ist das Krafttier der Voraussicht und Klugheit und stellt leise, aber eindringlich die Fragen:

  • Was sammelst du?
  • Was hälst du fest?
  • Und wovon ist es Zeit dich zu trennen?

Es zeigt den Unterschied zwischen sinnvoller Vorsorge und unnötigem Festhalten.

Als Krafttier verbindet es die Elemente Erde und Luft – es bewegt sich zwischen Boden und Baumwipfeln, zwischen Erdung und Weitblick.

Das Eichhörnchen lädt uns ein, uns immer wieder höher zu schwingen, Perspektiven zu wechseln und neue Blickwinkel einzunehmen.

Es lädt uns ein innezuhalten und uns immer wieder in unsere innere Baumhöhle zurückzuziehen. Denn hier, in der Stille, im Lauschen, in der Selbstbegegnung wird hörbar, was im Außen getan werden darf und was im inneren reifen möchte.

Das Eichhörnchen ist eines der wagemutigsten Säugetiere, denn es scheint bei einem Sprung zum nächsten Baum gar nicht darüber nachzudenken, ob es die Distanz schafft.

Eichhörnchen handeln mutig. Sie springen, ohne zu zögern – im Vertrauen darauf, dass sie ankommen. Sie erinnern uns daran, dass wir ebenfalls den Mut haben dürfen, große Schritte zu wagen.

Und selbst wenn nicht jede „vergrabene Nuss“ wiedergefunden wird, entsteht daraus Neues. Vielleicht sogar etwas Größeres.

Was das Eichhörnchen mir zeigen möchte

Ein Eichhörnchen von vorne, dass im Schnee auf seinen Hinterpfoten steht und direkt in die Kamera blickt
(M)ein Eichhörnchen im Winter in meinem Garten

An dieser Stelle möchte ich versuchen zu beschreiben, wie mir das Eichhörnchen als Krafttier dabei helfen kann, Orientierung zu finden.

Loslassen lernen

Eichhörnchen sind – im Gegensatz zu mir – Meister des Loslassens. Ich hingegen hatte schon immer Schwierigkeiten damit. Zumindest dann, wenn es um Menschen geht. Materielle Dinge loszulassen, fällt mir leicht – ich bin gut im Ausmisten. Doch Menschen gehen zu lassen, selbst wenn ich spüre, dass sie mir nicht guttun, fällt mir unglaublich schwer.

Der Verlust meiner ersten großen Liebe

Als meine erste große Liebe und ich uns 1997, nach fast drei glücklichen Jahren trennten, brach für mich eine Welt zusammen. Jahrelang habe ich unter der Trennung gelitten. Und damals habe ich mir geschworen mich nie wieder zu verlieben. Ich wollte diesen Schmerz nie wieder fühlen. Wir haben versucht freundschaftlich miteinander umzugehen, aber es war kaum möglich. Wir versuchten eine Freundschaft Plus zu pflegen, nur leider war das Problem, dass ich immer noch geliebt habe. Jedes Plus war für mich Hoffnung und Absturz zugleich. Erst als ich 300 Kilometer wegzog, begann ich zu heilen. Und eines Tages war ich bereit mich neu zu verlieben.

17 Jahre gefangen im Nebel

Vor fünf Jahren habe ich mich nach 17 Jahren von einem Menschen trennen müssen, von dem ich nie dachte, mich trennen zu müssen. Obwohl ich lange wusste, dass mir diese Beziehung nicht mehr guttut, konnte ich nicht gehen. Die Angst, diesen Menschen nicht mehr in meinem Leben zu haben, hat mich festgehalten.

Ich habe lange gebraucht, um wirklich loszulassen. Zu groß war die Hoffnung, dass sich alles wieder verändert. Doch als ich es schließlich geschafft habe, spürte ich plötzlich eine tiefe Erleichterung. Es war, als hätte dieser Mensch 17 Jahre lang einen Schleier aus Nebel über mich gelegt.

Katja

Und erst durch diese Trennung habe ich meinen spirituellen Sonnenschein Katja kennengelernt. Für mich ist das kein Zufall. Ich glaube, dass sich unsere Wege kreuzen sollten. Gleichzeitig weiß ich: Ohne die vorherige Trennung nach 17 Jahren wäre es nie dazu gekommen, dass ich Katja in mein Leben gelassen hätte. Heute bin ich unglaublich dankbar losgelassen zu haben. Denn in Katja habe ich einen wundervollen Menschen gefunden, der mich begleitet. Einen Menschen, der mir hilft, mein Chaos zu ordnen und bei mir anzukommen. Katja ist da, wenn ich für meine Gefühle keinen Namen finde oder wenn ich mal wieder so viel fühle, dass ich drohe zu ersticken.

Mein Lieblingsmensch- die beste Frau der Welt

Als Vicky und ich uns im vergangenen Jahr getrennt haben, fiel mir das Loslassen erneut schwer. Auch wenn ich wusste, dass unsere Beziehung schon lange zuvor zerbrochen war, wollte ich festhalten. Und wenn ich ehrlich bin, fällt es mir bis heute schwer, ganz loszulassen.

Nicht, weil ich hoffe, dass es wieder so wird wie früher, sondern weil Vicky 18 Jahre lang ein fester Teil meines Lebens war. Sie war nicht nur die beste Frau der Welt, sondern auch mein Lieblingsmensch. Der Mensch, den ich mit 70 Jahren noch Huckepack tragen und täglich sagen wollte: „Ich liebe dich. Denn du bist die eine.“

Zwischen Erinnern und Loslassen

Zum Loslassen würde gehören, unseren alten Chat zu löschen. Doch genau das schaffe ich nicht. Immer wieder lese ich darin – obwohl ich weiß, dass es mir nicht guttut. Oft breche ich dabei in Tränen aus, besonders bei den Nachrichten, in denen wir unsere Liebe und Dankbarkeit füreinander ausdrücken. Nachrichten, in denen wir uns geschrieben haben, dass wir glücklich und dankbar sind und wir die Gewissheit haben, den anderen bis an unser Lebensende an unserer Seite zu wissen.

Dann tauchen sie wieder auf, diese Fragen:

  • Wie konnte es so weit kommen?
  • Wie konnten wir uns so auseinanderleben?
  • Wie konnten wir uns selbst verlieren?

Vielleicht fehlt mir an dieser Stelle das Vertrauen – in das Leben, in den Kreislauf, so wie ihn das Eichhörnchen verkörpert.

Denn ganz loslassen fühlt sich für mich noch nicht richtig an. Auch wenn wir heute freundschaftlich miteinander umgehen können, vermisse ich Vicky jeden Tag. Nicht, weil ich sie brauche – sondern weil sie solange ein Teil von mir war

Und weil ich sie immer noch liebe. Vielleicht ist es die Erinnerung, vielleicht eine Illusion von dem, was einmal war. Aber da ist auch die Angst, wirklich „ganz“ loszulassen. Sie war mein Lieblingsmensch.

Veränderungen zulassen

Auch Veränderungen fallen mir nicht leicht. Lange habe ich nach dem Motto gelebt: „Ich habe nichts gegen Veränderungen – sie können nur ohne mich stattfinden.“

Doch das Eichhörnchen erinnert mich daran, flexibel zu bleiben. Denn Veränderungen sind nicht automatisch etwas Negatives – oft bringen sie neue Chancen und Perspektiven.

So war es auch bei meinem Jobwechsel 2024. Ich habe lange gezögert. Mein alter Job gab mir Sicherheit, auch wenn ich vieles nicht mehr mittragen konnte. Ich wusste, was ich hatte – aber nicht, was mich erwarten würde.

Nach langem Hin und Her habe ich mich schließlich entschieden zu gehen. Und rückblickend war es genau die richtige Entscheidung.

Der Jobwechsel hat mir gezeigt, dass Veränderungen viel positives bewirken können. Ich habe nicht nur einen neuen Job, sondern auch viele wundervolle Menschen seitdem kennenlernen dürfen.

Rückzug und innere Klarheit

Wie das Eichhörnchen ziehe auch ich mich gerne in meinen „Kobel“ zurück. Ich brauche die Ruhe und Stille meines Zuhauses. Oft ist mir die Welt zu laut, zu bunt und zu hektisch – und dann sind diese stillen Momente besonders wertvoll für mich.

In der Ruhe wird mir vieles klarer. Wenn mein Nervensystem zur Ruhe kommt, wenn ich in mich hineinspüre. Manchmal auch in der Meditation, aus der ich schon mit der einen oder anderen Erkenntnis „erwacht“ bin.

Doch ich habe gelernt: Nicht jede Erkenntnis ist eine endgültige Wahrheit. Ich lasse sie wirken, lasse sie sacken – und schaue später noch einmal mit etwas Abstand darauf.

Und vielleicht ist es kein Zufall…

Vielleicht ist das Eichhörnchen nicht ohne Grund in mein Leben getreten.

Vielleicht erinnert es mich daran, dass ich bereits alles in mir trage, was ich brauche. Dass ich mutiger sein darf. Vertrauen darf. Und loslassen lernen darf – auf meine ganz eigene Weise, in meinem eigenen Tempo.

Und vielleicht geht es gar nicht darum, alles auf einmal hinter mir zu lassen oder Veränderungen von jetzt auf gleich zu vollziehen, sondern darum mir die Zeit zu nehmen, die ich brauche.

Vielleicht möchte das Eichhörnchen, dass ich weiter hinschaue, weiter fühle und das zulasse, was gerade da ist.

Und vielleicht werde ich beim nächsten Eichhörnchen, welches meinen Weg kreuzt, ein kleines Stück mehr verstehen. 🌿

„Jede bewusste Begegnung mit einem Tier ist vom Universum gewollt und kein Zufall. Es ist dein Krafttier.“ Marion Stark

Quellen:

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