Sonntagsglück #15/ #16 2026 – Von Erinnerungen, Loslassen und kleinen Lichtblicken

Sonntagmorgen.

Wieder sind zwei Wochen seit meinem letzten Sonntagsrückblick vergangen und das ist okay. In meinem Jahresrückblick 2025 habe ich geschrieben: „Schreiben soll kein Pflichttermin sein, sondern ein Raum, den ich freiwillig betrete. […] Ich werde nur dann schreiben, wenn ich es wirklich will. Ohne Druck. Ohne Erwartungen. Ohne mich selbst anzutreiben, nur um sichtbar zu sein.“ Und am vergangenen Sonntag hätte sich mein Sonntagsglück wie ein Pflichttermin angefühlt. Heute jedoch ist es wieder die Freude am Schreiben, die mich motiviert, auf die vergangenen zwei Wochen zurückzublicken.

Danke an Anita:  Sie sammelt bei den Sonntags Top 7 die Rückblicke auf die sieben Themengebiete der Woche:

  • Gelesen
  • Gehört/Gesehen
  • Erlebnis
  • Genuss
  • Drinnen/Draußen
  • Web-Fundstück/e
  • Hobbys

Meine sonntags Top 7

Gelesen

Bücher

  • T.J. Klune- Das Lied des Herzens

Blogbeiträge

Gute Nachrichten

Gehört/Gesehen

Podcast/Musik

Podcast:
  • Sofasozial
Musik:  

Manchmal frage ich mich wirklich, ob das Universum kaputt ist. Am Montag wollte ich nur kurz etwas auf YouTube suchen – und direkt wurde mir ein ganz bestimmtes Lied von Bon Jovi angezeigt. Ich hatte es seit über 15 Jahren nicht mehr gehört. Und ich wusste: Wenn ich es abspiele, werden Tränen fließen. Aber ich konnte nicht widerstehen und spielte den Song ab. Es war Vicky`s und mein Lied- das Lied, dass uns damals zusammengebracht hat.

Als ich mich vor knapp 20 Jahren in Vicky verliebte, habe ich eineinhalb Jahre um sie gekämpft und plötzlich schickte mir das Universum den Song „Till we ain`t strangers anymore“. Es drückte all das aus was ich fühlte. Und so schickte ich Vicky diesen Song per SMS. Und wer schon etwas älter ist, der wird eine ungefähre Vorstellung davon haben wie viele SMS nötig waren, um einen ganzen Liedtext zu verschicken 😊. Und nachdem der Text bei Vicky ankam und sie ihn übersetzt hat, rief sie mich an und gestand mir ihre Gefühle für mich. Ich war der glücklichste Mensch der Welt 😊.

Diese Woche habe ich mir das Lied immer und immer wieder angehört – und mich damit auch ein Stück weit selbst gequält. Ich habe mich zurückerinnert an diese Nacht: wie wir uns in die Arme fielen, stundenlang nebeneinander lagen, uns ansahen, unsere Gesichter berührten. Wie wir schließlich gemeinsam einschliefen und am nächsten Morgen lächelnd aufwachten.

Es ist eine Erinnerung, die ich nie missen möchte.

Und doch ist sie heute bittersüß – sie lässt mich lächeln und gleichzeitig weinen.

Gesehen

(Meine) Eichhörnchen im Garten 😊

Zwei Eichhörnchen- ein Jungtier und eine Mutter- beim spielen im Gras
Jungtier und Muttertier
Zwei Eichhörnchen- ein Jungtier und ein Muttertier- liegend auf einem Zaun. Die Mutter liegt vorne und das Jungtier dicht hinter ihr. Im Hintergrund sind Bäume zu erkennen
Meine beiden Hörnchen 🥰🥰🥰

Erlebnis

In den vergangenen zwei Wochen habe ich viel Zeit mit Freunden und ehemaligen Arbeitskolleginnen verbracht.

Ich hatte wunderschöne Momente mit Co sowie mit Ati und ihrem Vierbeiner Frodo. Außerdem war ich mit einer ehemaligen Kollegin Kaffee trinken – und habe mich beim Kung Fu ordentlich an meine Grenzen bringen lassen.

Ich habe mit einer Arbeitskollegin telefoniert, die sich derzeit im Mutterschutz befindet und es war in vielerlei Hinsicht ein großartiges Telefonat. Nicht nur, weil wir fast zwei Stunden miteinander gesprochen haben, sondern auch, weil ich etwas zum ersten Mal getan habe 😊. Normalerweise telefoniere ich nie in der Öffentlichkeit- ich lege Telefonate immer so, dass ich zu Hause bin. Nun war es jedoch so, dass ich grade in der Stadt war als sie mich per WhatsApp fragte, ob wir „jetzt“ telefonieren können. Ich überlegte gar nicht lange, sondern rief sie direkt an. Ich suchte mir dann ein etwas ruhigeres Plätzchen, da ich direkt in der Fußgängerzone war als ihre WhatsApp mich erreichte. Und ich merkte- es interessiert keinen Menschen, was ich da tue. Kein Mensch interessiert sich für meine Gesprächsinhalte. Das war einer der Gründe warum ich telefonieren in der Öffentlichkeit immer vermieden habe- ich habe mir immer eingeredet, dass Menschen mir zuhören oder mich komisch finden könnten. Doch dieses Telefonat hat mir gezeigt, dass ich mich durchaus öfter trauen sollte Dinge einfach zu machen, ohne darüber nachzudenken.

Seit sieben Monaten erlebe ich immer wieder Momente tiefer Traurigkeit, auch deshalb, weil mir Loslassen unglaublich schwerfällt. Denn ich leide nicht nur emotional, sondern auch körperlich.

Immer wieder habe ich in dem „alten“ Chat von Vicky und mir gelesen und dass, obwohl ich wusste, dass es nicht gut für mich ist. Ich bin wirklich erstaunlich gut darin, mich selbst festzuhalten – und mir damit wehzutun. Und dennoch habe ich es am Freitag endlich geschafft, unseren Chat zu löschen.

Es war wie eine Befreiung- im ersten Moment. Fünf Minuten später habe ich geweint wie selten zuvor und mich immer wieder gefragt „Was habe ich getan?“. Der Gedanke, nie wieder nachlesen zu können, dass wir uns einmal geliebt haben, hat mich tief getroffen. All diese wundervollen Worte – einfach weg. Für immer.

Eine halbe Stunde lang habe ich meinen Tränen freien Lauf gelassen, habe gezweifelt, bereut, mich selbst verflucht.

Doch dann, ganz langsam, wurde es ruhiger. Und mit dieser Ruhe kam tatsächlich etwas, womit ich kaum gerechnet hatte: ein Gefühl von Befreiung.

Weil ich losgelassen habe.

Weil ich etwas gehen lassen habe, das nicht mehr zurückkommt.

Weil ich mich jetzt nicht mehr in der Vergangenheit verlieren kann.

Alles, was jetzt zwischen uns ist, ist nicht mehr von der Liebe geprägt, die uns 18 Jahre lang begleitet hat. Und genau deshalb fühlt sich das Löschen des „alten“ Chats auch wie ein Neuanfang an.

Ein Neuanfang, auf den ich mich freue – auch wenn er mir gleichzeitig Angst macht.

Ich weiß nicht, wohin mich dieser Weg führen wird. Aber ich bin bereit, es herauszufinden.

Genuss

Kulinarisch gab es in den vergangenen zwei Wochen keinen echten Genuss, was vor allem daran liegt, dass ich momentan kaum Appetit und noch weniger Hunger verspüre. Die Trennung ist jetzt sieben Monate her und erst jetzt komme ich wirklich im verarbeiten und heilen an.

Dennoch spüre ich wie sehr ich Treffen mit Menschen genieße und wie sehr ich aufblühe, wenn ich mich nicht nur zurückziehe. Momentan brauch ich jedoch noch Beides- den Rückzug, um meiner Traurigkeit Raum zu geben und die Treffen mit Menschen, um schöne Zeit zu erleben.

Drinnen/Draußen

Drinnen

Ostermontag bin ich mit dem Drang aufgewacht unbedingt etwas verändern zu müssen. Seit meinem Einzug im August war ich nie wirklich zufrieden mit meinem Wohnzimmers Es fühlte sich oft so an, als würden mich die Möbel erdrücken und mir die Luft zum Atmen nehmen. Doch hatte ich das vergangene halbe Jahr nicht die Motivation das zu ändern. Ostermontag bin ich jedoch mit dem Gefühl aufgewacht, dass heute der Tag ist mein Wohnzimmer neu aufzuteilen. Ich hatte allerdings keine Lust, einfach planlos Möbel hin- und herzuschieben. Also habe ich mir zuerst genau überlegt, was ich eigentlich verändern möchte. Und dann ging alles ganz schnell: Innerhalb von zwei Stunden hatte ich ein neues Wohnzimmer.

Eines, in dem ich endlich durchatmen kann. Eines, in dem ich mich nicht mehr eingeengt fühle.

Draußen

Die vergangenen 14 Tagen habe ich natürlich auch viel Zeit draußen verbracht. Nicht nur in der Natur, sondern auch in meinem Garten und ich war viel in der Stadt unterwegs.

Web- Fundstücke

Hobbys

Lesen, schreiben, Kung Fu, Freunde treffen und spazieren.

Damit endet mein Sonntagsglück dieser Woche. Ich wünsche euch einen entspannten Sonntag und viele kleine Glücksmomente in den kommenden Tagen.

Welche Momente haben eure Woche besonders gemacht?

Anja

 Danke an Antetanni für die Bereitstellung des Beitragsbildes.

Ein Kommentar

  1. Ach herrje… ja, dieses Gefühl des Loslassens und dann doch verunsichert zu sein, ob das jetzt genau richtig war oder doch nicht… Da werden noch viele Tränen fließen, aber ich wünsche dir sehr, dass jede Träne dich auf dem Weg, dich befreit zu fühlen, richtig und wichtig ist. Ich hatte im Blog öfters schon mal diese Worte gepostet, sie passen so gut zum Thema Vergangenheit und Loslassen: „When your past calls, don‘t answer, it hast nothing new to say.“ Das wird nicht immer gelingen, aber Stück für Stück hoffentlich immer besser und die Zuversicht bleibt, dass irgendwann auch wieder die Sonne in dein Herz scheint.Hab einen feinen Sonntag, liebe Anja, und gib gut auf dich acht.Liebe GrüßeAnita

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