Was mich gerade glücklich macht

Die vergangenen neun Monate gehören wahrscheinlich zu den herausforderndsten meines bisherigen Lebens.

Nach der Trennung musste ich lernen, meinen Alltag komplett neu aufzubauen. Plötzlich war da eine Leere, die sich durch mein ganzes Leben zog. Es gab Tage, an denen ich traurig war, mich antriebslos fühlte und das Gefühl hatte, in einem Nebel festzustecken.

In dieser Zeit habe ich versucht, vor keinem Gefühl davonzulaufen. Ich habe Trauer zugelassen, Wut ausgehalten und akzeptiert, dass Heilung selten geradlinig verläuft.

Ich kann nicht sagen, dass ich die Trennung mittlerweile vollständig überwunden habe. Manche Tage sind immer noch schwer. Aber wenn ich mich heute mit der Version von mir vor zwei oder drei Monaten vergleiche, geht es mir heute um Welten besser.

Das Leben erleben

Seit meinem Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern hat sich noch einmal etwas verändert. Es fühlt sich an, als hätte der Urlaub etwas in mir angestoßen. Ich habe wieder Lust, Neues zu entdecken. Neue Orte. Spontan sein. Menschen kennenlernen und Erinnerungen sammeln. Feiern, lachen und Spaß haben – aber genauso die stillen Momente bewusst zu genießen.

Dabei musste ich in den vergangenen Wochen immer wieder an ein Zitat von Ernst Ferstl denken:

„Wenn wir Freude am Leben haben, kommen die Glücksmomente von selber.“

Ernst Ferstl

Vielleicht ist genau das Glück für mich im Moment – nicht das perfekte Leben, sondern die Freude daran, es wieder bewusst zu leben und die kleinen Glücksmomente wahrzunehmen.

Nach Monaten, in denen ich oft nur funktioniert habe, fühlt sich das fast wie ein kleines Wunder an.

Und genau deshalb möchte ich heute einmal die Dinge festhalten, die mich gerade glücklich machen.

🍃 Eine neue Freiheit

Ein Kanu am Ufer eines Sees. Der See liegt in einem Wald.

Nach der Trennung musste ich vieles loslassen. Gleichzeitig hat sich dadurch ein neuer Raum geöffnet – einer, den ich vorher gar nicht kannte oder viel zu selten betreten habe. Zwischen Trauer und Neuanfang entdecke ich gerade eine Freiheit, die sich manchmal ungewohnt und doch unglaublich schön und bereichernd anfühlt.

Meine neu gewonnene Freiheit

Das klingt vielleicht widersprüchlich.

Denn natürlich vermisse ich meine Ex-Frau immer noch und vieles von dem, was wir gemeinsam hatten. Gleichzeitig fühlt es sich unbeschreiblich befreiend an, mein Leben wieder komplett selbst gestalten zu können. Losfahren. Spontan Pläne schmieden.  Oder auch einfach einen Abend auf dem Sofa verbringen, ohne Kompromisse eingehen oder mich mit jemandem abstimmen zu müssen. Einfach machen.

🧘‍♀️ Durchatmen

Freiheit allein macht mich jedoch nicht glücklich. Ich merke, wie wichtig es für mich ist, regelmäßig innezuhalten. Genau in diesen ruhigen Momenten komme ich wieder bei mir selbst an und tanke neue Kraft.

Meditation

Eine Frau, die in der Natur auf einer Treppe im Lotussitz sitzt und meditiert

Meditation gehört schon seit Jahren zu meinem Morgenritual. Es gibt kaum einen Tag, an dem ich sie auslasse. Sie hilft mir, bewusst in den Tag zu starten und fokussiert zu bleiben.

Bücher

Lesen gehört seit jeher fest zu meinem Alltag.

Mein aktuelles Buch begleitet mich fast überallhin. Egal ob im Zug, im Park oder irgendwo in der Stadt – wenn sich ein paar Minuten ergeben, schlage ich es auf. Lesen entschleunigt mich nicht nur, sondern schenkt mir kleine Auszeiten vom Alltag und lässt mich immer wieder in andere Welten eintauchen.

Ruhe

Einfach auf der Terrasse, im Garten oder auf dem Sofa sitzen. Vielleicht mit einem Buch. Vielleicht auch gar nichts tun und einfach nur den eigenen Gedanken lauschen.

Diese Momente fühlen sich für mich wie Luxus an.

Abends die Schuhe ausziehen

So gerne ich auch barfuß laufe – es geht eben nicht immer. Umso schöner ist dieses kleine Gefühl der Erleichterung nach einem langen Tag.

🏃 In Bewegung kommen

Doch Glück bedeutet für mich nicht nur Ruhe. Irgendwann kam wieder der Wunsch, mich zu bewegen, Neues auszuprobieren und meinen Körper zu spüren.

Sport

Eine Frau, die in einer Boulderhalle klettert

Vor allem Kung Fu, Bouldern und Joggen.

Bewegung hilft mir nicht nur, meinen Kopf freizubekommen, sondern gibt mir auch das Gefühl, lebendig zu sein. Nach einer Trainingseinheit fühle ich mich immer besser als vorher.

Wobei ich zugeben muss, dass ich wegen der Hitze in den vergangenen zwei Wochen nicht joggen war.

❤️ Verbunden sein

So sehr ich das Alleinsein inzwischen schätzen gelernt habe – ich merke genauso, wie wichtig echte Verbundenheit für mich ist. Manche Menschen und selbst meine beiden Kater schaffen es, aus einem ganz normalen Tag etwas Besonderes zu machen.

Freunde

Momentan verbringe ich so viel Zeit wie möglich mit meinen Freunden – und jedes Treffen tut mir gut.

Gemeinsam lachen, gute Gespräche führen oder einfach nur zusammen sein – all das schenkt mir gerade unglaublich viel.

Umarmungen

Ich hätte tatsächlich nie gedacht, das mal zu schreiben, aber ich liebe die Nähe zu den Menschen, die mir wichtig sind.  Mich in ihren Armen fallen lassen zu können, ist eines der schönsten Gefühle überhaupt.

Burki und Elton

Zwei Katzen auf einem Sofa

Mit Burki kuscheln und Elton dabei beobachten, wie er professionell nichts tut.

Katzen haben diese besondere Fähigkeit, mich daran zu erinnern, dass ich nicht jede Minute produktiv sein muss.

🍀 Kleine Glücksmomente im Alltag

Je besser es mir geht, desto häufiger fallen mir die kleinen Dinge auf. Ein Lied, ein Lachen oder ein verrückter Tanz durch die Wohnung hätten früher wahrscheinlich keine große Rolle gespielt. Heute machen genau diese Augenblicke meinen Alltag ein Stück heller.

Musik

Meine Lieblingsplaylist läuft gegenwärtig rauf und runter. Musik schafft es wie kaum etwas anderes, meine Stimmung innerhalb weniger Minuten zu verändern.

Allein in der Wohnung tanzen

Oder nennen wir es lieber: unkoordiniert zur Musik herumzappeln. Ein guter Tänzer werde ich wahrscheinlich nie.

Aber Burki und Elton haben sich längst daran gewöhnt und beschweren sich zumindest nicht.

Lachen

Lachen macht glücklich – dazu gibt es mittlerweile viele Studien. Und ich kann über lustige Katzenvideos genauso lachen, wie über witzige Situationen und über mich selbst.

Kalt duschen

Obwohl ich fast jeden Tag kalt dusche, fühlt es sich bei diesen Temperaturen noch besser an. Raus aus den verschwitzten Klamotten und unter die kalte Dusche – herrlich.

Barfuß laufen

Es gibt kaum ein schöneres Gefühl, als den Boden direkt unter meinen Füßen zu spüren. Dabei fühle ich mich geerdet und ganz im Moment.

🌱 Erfüllung

Neben all den kleinen Glücksmomenten gibt es auch Dinge, die mich langfristig tragen. Sie geben meinem Leben Richtung und erinnern mich daran, wer ich bin und was mir wirklich wichtig ist.

Meine Arbeit

Vielleicht klingt das für manche ungewöhnlich, aber ich gehe tatsächlich jeden Tag gerne zur Arbeit.

Mein Beruf erfüllt mich, fordert mich heraus und gibt mir das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun – ohne, dass ich mich dabei selbst verliere.

Authentisch sein

Es fühlt sich unglaublich befreiend an, meine Widersprüche wieder zuzulassen und mein Leben authentisch zu leben.

Kaum etwas kostet mich mehr Energie, als mich anzupassen oder gegen meine eigenen Werte zu handeln. Es fühlt sich gut an, langsam wieder bei mir anzukommen – bei dem Menschen, der ich bin.  

🌅 Vorfreude

Vielleicht ist das für mich das schönste Zeichen überhaupt: Ich freue mich wieder auf die Zukunft. Nicht, weil plötzlich alles perfekt ist, sondern weil ich wieder neugierig darauf bin, was noch vor mir liegt.

Vorfreude auf das Schweige-Retreat

Ich freue mich jetzt schon riesig auf das Schweige-Retreat am 13.09.2026 bei Sabrina in Düsseldorf.

Es ist verrückt, wie viel Freude schon die Vorfreude auf etwas Schönes bereiten kann.

Bochum Total

Am 04.07. geht es mit Britta – einer meiner ältesten und wichtigsten Freundinnen – nach Bochum zum Festival „Bochum Total“.

Allein der Gedanke daran zaubert mir schon jetzt ein Lächeln ins Gesicht.

„Ohne Schlamm – kein Lotus“

Eine sitzende Buddha- Statue, die auf dem Gelände eines Klosters steht

Im November fahre ich endlich wieder für ein paar Tage ins EIAB. Ich habe dort den Kurs „Ohne Schlamm – kein Lotus“ gebucht und freue mich auf neue Bekanntschaften, nette Gespräche und auf all das, was ich Neues lernen werde.

Die kleinen Momente

Wenn ich mir diese Liste so anschaue, fällt mir auf, dass die meisten Dinge weder Geld kosten noch besonders außergewöhnlich sind.

Es sind die kleinen Momente.

Die Stille im Garten. Ein gutes Gespräch. Musik. Joggen. Ein gutes Buch. Das Schnurren meiner Katzen.

Der französische Schriftsteller Jean Anouilh schrieb einmal:

„Das Glück besteht aus kleinen Dingen: einer kleinen Reise, einem kleinen Lächeln, einem kleinen Lob, einer kleinen Umarmung.“

Vielleicht ist Glück gar kein Ort oder Zustand, den ich irgendwann erreiche. Vielleicht ist es eher wie Dopamin zum Frühstück: kein Vorrat für den ganzen Tag, sondern ein kleiner Impuls, der mich daran erinnert, wie schön das Leben sein kann, wenn ich seine kleinen Momente bewusst wahrnehme.

Ich bin gespannt, welche Dinge mich in ein paar Monaten glücklich machen werden. Vielleicht wird diese Liste länger. Vielleicht verändert sie sich auch. Und genau das gehört zum Leben dazu. Denn wenn ich in den vergangenen Monaten eines gelernt habe, dann dies: Glück ist nichts, das ich irgendwann erreiche, sondern es begegnet mir immer wieder. Und genau das macht mir Hoffnung.

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