Gibt es ein Ritual, das dich beruhigt, wenn alles zu viel wird?

Heute Morgen bin ich eher zufällig über die Aktion „Hand aufs Herz“ auf dem Blog von Aequitas et Veritas gestolpert. Beim Lesen der Frage dachte ich sofort: Darüber möchte ich auch schreiben.

Die Frage lautet: Gibt es ein Ritual, das dich beruhigt, wenn alles zu viel wird?

Meine ehrliche Antwort darauf ist: Ja – sogar mehrere.

Denn so gern ich manchmal ein einfaches Patentrezept hätte: Für mich gibt es nicht das eine Ritual, das immer funktioniert. Stattdessen habe ich mir über die Zeit so etwas wie einen kleinen Methodenkoffer zusammengestellt. Je nachdem, was mir gerade über den Kopf wächst, greife ich zu unterschiedlichen Dingen.

Einige Rituale haben sich dabei besonders bewährt.

1. Kalt duschen 🚿

Ich weiß – für viele Menschen ist das völlig undenkbar. Auch ich war lange Zeit überzeugter Warmduscher und hätte niemals geglaubt, dass ich irgendwann freiwillig kalt dusche.

Aber was soll ich sagen: Es hilft wirklich.

Als ich es im vergangenen Jahr zum ersten Mal ausprobiert habe, war ich selbst überrascht, wie stark die Wirkung ist. Das kalte Wasser holt mich sofort aus meinen Gedankenspiralen heraus und bringt mich schlagartig in den gegenwärtigen Moment. Mein Körper reagiert unmittelbar – und mein Kopf kommt zur Ruhe.

Ich nutze dieses Ritual vor allem in Momenten, in denen ich wütend oder sauer bin. Meine Wut oder mein Ärger verlieren dadurch oft erstaunlich schnell an Intensität. Es ist, als würde mein Kopf einmal komplett neu gestartet.

Wer möchte, darf gerne meinen Artikel: „Kalt duschen: Wie ein VHS- Kurs mein Leben veränderte“ lesen. In diesem schreibe ich über meine positiven Erfahrungen und meinen Weg dorthin 😊

2. Meditation/ Entspannungstechniken

Wenn ich merke, dass mein Stresslevel steigt und sich innerlich alles zusammenzieht, helfen mir bewusst eingelegte Pausen.

In meinem Beitrag „Gegen den Stress: Meine zwei liebsten Entspannungstechniken“ gehe ich darauf näher ein und stelle die Methoden vor, die mir persönlich am meisten helfen.

3. Natur

Auszeiten in der Natur sind für mich eine der kraftvollsten Möglichkeiten, wieder bei mir selbst anzukommen.

Ein Spaziergang im Wald, frische Luft oder einfach nur ein paar Minuten draußen sein helfen mir dabei, mich zu sortieren und im Hier und Jetzt anzukommen.

In der Natur kann ich nicht nur meine Akkus wieder aufladen – ich darf einfach sein, ohne etwas leisten oder erreichen zu müssen. Diese Verbindung zur Natur wirkt oft erstaunlich beruhigend auf mein Nervensystem.

Weitere Rituale

Je nach dem, was mir zu viel wird helfen unterschiedliche Methoden, um mich und mein Nervensystem zu regulieren.

Neben diesen Dingen gibt es noch einige weitere kleine Rituale, die mir helfen, mein Nervensystem wieder zu regulieren – je nachdem, was ich gerade brauche.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Musik hören – am liebsten Hardrock oder Heavy Metal
  • Sport oder Bewegung, um Energie loszuwerden
  • Den Körper bewusst schütteln, um Anspannung abzubauen
  • Eine Tasse Tee oder Kaffee ganz bewusst genießen
  • Telefonate oder Treffen mit Freunden – manchmal hilft es einfach, darüber zu sprechen
  • Rückzug und Ruhe – manchmal ist mir die Welt einfach zu laut, zu bunt und zu hektisch. Dann brauche ich eine Weile für mich.

Am Ende habe ich für mich gelernt:

Es ist völlig in Ordnung, wenn man mehrere Wege hat, um wieder zur Ruhe zu kommen. Nicht jedes Ritual passt zu jeder Situation – aber es tut gut zu wissen, dass man ein paar Möglichkeiten zur Hand hat.

Und manchmal reicht schon ein kleiner Moment der Achtsamkeit, um wieder ein bisschen bei sich selbst anzukommen.

Ein Kommentar

  1. Kalt duschen hab ich – oder wollte ich probieren – aber ich bin zu verfroren. Vielleicht im Sommer – aber mir ist dabei eingefallen, dass ich früher immer die Beine und Haare kalt abgeduscht habe. Das hab ich wieder eingeführt.

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