Sonntagsglück #23/2026 – Zwischen Aufatmen und Erinnerungen

Sonntagmorgen.

Ich komme gerade aus meinem 24 Stunden Dienst und möchte nun auf meine Woche zurückblicken. Es war die erste Woche seit Monaten, die nicht jeden Morgen mit Tränen begann. Die erste Woche, in der ich nicht täglich zusammengebrochen bin.

Die Trennung tut nach wie vor weh und doch spüre ich gleichzeitig, dass es mir gut tut Vicky überall blockiert zu haben. Weil ich jetzt nicht mehr ständig mit ihrem Leben konfrontiert werde. Weil nicht mehr ständig ihr Name als erstes irgendwo angezeigt wird. Auch, wenn es sich nach wie vor wie ein Entzug anfühlt- ich habe das Gefühl besser atmen zu können. Mich leichter zu fühlen.

Jedenfalls war es bis Freitag so.

Dann holte die Erinnerung mich ein – ausgelöst durch einen Ort, den ich vielleicht besser gemieden hätte.

Ein nasser Baum von unten fotografiert.
Rubbenbruchsee Osnabrück

Danke an Anita:  Sie sammelt bei den Sonntags Top 7 die Rückblicke auf die sieben Themengebiete der Woche:

  • Gelesen
  • Gehört/Gesehen
  • Erlebnis
  • Genuss
  • Drinnen/Draußen
  • Web-Fundstück/e
  • Hobbys

Meine sonntags Top 7

Gelesen

Bücher

  • „Yoga“ von Emmanuel Carrère

Blogbeiträge

Heidi hat in ihrem Beitrag Worte gefunden, die ich nicht gefunden habe. Auch  ich hatte überlegt mich zum Thema „Timmy/ Hope“ zu äußern, aber es gab keine Worte, die meine Fassungslosigkeit tatsächlich ausdrücken konnten. Umso schöner fand ich es, den Beitrag von Heidi zu lesen- sie hat die Worte gefunden, die mir verborgen blieben.

Gehört/Gesehen

Musik:  

  • The Killers- Somebody told me

Dieses Lied lief in dieser Woche in Dauerschleife. Irgendetwas daran trifft momentan genau den richtigen Nerv.

Gesehen

  • Abends habe ich mir gerne eine Folge „Lie to me“ angesehen.

Neben Mads Mikkelsen gehört Tim Roth für mich zu den Schauspielern, die ich immer wieder gerne sehe.

Erlebnis

Der Montag begann sportlich mit Kung Fu. Ich konnte mich nicht nur auspowern, sondern durfte auch neues lernen.

Am Dienstag war ich zum Kränzen bei einem Arbeitskollegen eingeladen. Es war ein schöner Abend, der mich gleichzeitig traurig gemacht hat. Die Feier weckte Erinnerungen an meine eigene Hochzeit: die Fahrt nach Köln, die Trauung im historischen Rathaus Köln, unser „Bis das der Tod uns scheidet“ und all die Hoffnung, die ich damals damit verbunden habe. Hoffnungen, die im vergangenen Jahe zerbrochen sind, als Vicky nach 18 gemeinsamen Jahren all ihre Versprechen brach.

Am Donnerstag war ich mit meiner besten Freundin und ihrem Freund zur Klangreise. Organisiert vom Klangzentrum Osnabrück. Es war mal wieder eine magische und wundervolle Stunden, die mir viel Kraft und Ruhe geschenkt hat.

Am Freitag wollte ich mich am Rubbenbruchsee mit einem mir wichtigen Menschen treffen. Das Treffen fand allerdings nicht statt, weil wir bei der Zeitabsprache aneinander vorbeigeredet hatten. 😊

Ich habe dann die Zeit genutzt, um spazieren zu gehen. Dabei wurden Erinnerungen wach. Vor einigen Jahren, als Vicky und ich schon mal in Begriff waren uns zu trennen, haben wir uns an diesem See verabredet. Wir wollten darüber sprechen, wie wir wieder mehr Leichtigkeit in unseren Alltag bringen könnten. Damals entstanden viele schöne Ideen: feste Dates alle zwei Wochen, gemeinsame Wochenenden alle paar Monate. Eine Zeit lang funktionierte das sogar.

Doch irgendwann kehrten Alltag und Schwere zurück.

Am Freitag habe ich mich gefragt: „Warum haben wir an jenem Tag nicht über getrennte Wohnungen gesprochen?“ Ich habe keine Antwort auf diese Frage gefunden.

Ansonsten habe ich mich in dieser Woche tatsächlich mal etwas mehr mit KI beschäftigt und meine ersten Bilder erstellen lassen. Und ich muss sagen: Ich bin mit den Ergebnissen bisher zufrieden. Es hat zwar etwas gedauert, bis die KI wirklich das entworfen hat, was ich wollte, aber die Zeit war es mir wert 😊.

Die Ergebnisse:

Genuss

Kulinarisch war diese Woche eher unspektakulär. Derzeit fehlen mir oft Appetit und Hunger.

Dafür genieße ich Begegnungen mit Menschen, Zeit für mich und sportliche Aktivitäten umso mehr.

Drinnen/Draußen

Drinnen

Da in dieser Woche das Wetter sehr unbeständig war, habe ich mehr Zeit drinnen verbracht, als ich wollte. Dennoch habe ich keine Langeweile verspürt. Ich kann mich ganz gut selbst beschäftigen.

Ich habe ein wenig aussortiert- vor allem Klamotten. Aber auch „alte“ Unterlagen und so Gedöns, was ich nicht mehr brauche.

Außerdem habe ich viel gelesen und vermutlich noch mehr geschrieben. Briefe an Vicky, die sie nie lesen wird. Aber das Schreiben hilft mir dabei, Gedanken und Gefühle zu ordnen.

Draußen

Ich war tatsächlich nur wenig draußen. Aber das ist okay.

Web- Fundstücke

Als ich vor fünf Minuten bei Instagram durchgescrollt habe, fand ich diesen Text und er hat mich umgehauen. Jedes Wort hat mich berührt und hart getroffen. Aber am schönsten war folgender Satz: „Ich spende mich, statt mich zu verschwenden.“

Und das Ende- das hat mich wirklich in ein Tränenmeer gestürzt. „Wenn du also von mir Liebe möchtest, erwarte nicht die Welt. Die war leider schon da.“

Ich weiß, dass mein Schmerz eines Tages leiser wird und es bessere Zeiten geben mag, aber die sind nicht heute. Und morgen vermutlich auch noch nicht.

Hobbys

Lesen, schreiben, Kung Fu und spazieren.

Damit endet mein Sonntagsglück dieser Woche. Ich wünsche euch einen entspannten Sonntag und viele kleine Glücksmomente in den kommenden Tagen.

Welche Momente haben eure Woche besonders gemacht?

Anja

 Danke an Antetanni für die Bereitstellung des Beitragsbildes.

3 Kommentare

  1. Liebe Anja,

    ich wünsche dir viele schöne Glücksmomente, die dich immer mehr auf andere und neue Gedanken bringen und dass du mehr und mehr loslassen und dich dem Morgen widmen kannst. Alles zu seiner Zeit. Du machst schöne Dinge in deinem Alltag, das freut mich sehr für dich.

    Hab heute einen schönen Sonntag mit Sonnenschein mindestens auf der Nasenspitze.

    Herzensgrüße
    Anita

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    • Ich versuche auf jeden Fall jeden Tag etwas zu machen, was mir gut tut. Momentan ist es hauptsächlich Sport- Kung Fu, bouldern und joggen. Aber auch die Momente mit Freunden helfen mir.

      Dennoch nehme ich mir weiterhin bewusste Zeiten zum Traurig- sein. Ich weiß, wenn ich mich nur ablenke, dann holt die Traurigkeit mich irgendwann ein. Also lass ich die Traurigkeit jeden Tag zu und das ist okay.

      Denn es gibt eben auch die vielen schönen Momente. Ich würde sie halt einfach gerne mit Vicky teilen- ich glaube das ist das, was derzeit am intensivsten schmerzt. Das ich mein Glück, welches ich erlebe, nicht mehr mit ihr teilen kann.

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      • Genauso ist es, die Traurigkeit hat genauso ihren Raum wie die Fröhlichkeit. Alles darf seine Zeit haben. Ich wünsche dir sehr, dass du Schritt für Schritt an den Punkt kommst, wo du Momente so für dich genießen kannst, dass du nicht mehr denkst, du würdest dieses oder jenes Erlebnis gerne mit Vicky teilen, sondern dass du es „nur noch“ für dich und ohne diesen Schmerz genießen kannst. Alles Liebe für dich. ♥

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