Sonntagmorgen.
Ich komme gerade aus meinem 24 Stunden Dienst und schreibe nun an meinem Sonntagsrückblick. Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau, die Vögel zwitschern. Perfektes Wetter, um zu sagen: „Mir geht es gut.“
Aber die Wahrheit ist- nein, es geht mir nicht gut.
Seit ich den Kontakt zu Vicky abgebrochen haben, ist meine Traurigkeit wieder dauerpräsent. Es fühlt sich an wie ein Entzug. Denn mehr als die Hälfte meines Erwachsenen- Lebens habe ich mit ihr verbracht. Ich vermisse sie jeden Tag – nicht nur als Partnerin, sondern als den Menschen, der sie vor unserer Beziehung war: meine beste Freundin.
Seit wir uns getrennt haben begleitet mich immer wieder derselbe quälende Gedanke: „Ich wünschte wir wären für immer nur Freunde geblieben.“
Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – möchte ich auf diese Woche zurückblicken.
Denn „Sonntagsglück“ bedeutet nicht nur Sonnenschein. Es bedeutet auch, dem Regen Raum zu geben.
Es wird immer Tage geben, an denen die Traurigkeit da ist. Und diese Tage gehören genauso zum Leben wie die, an denen das Herz vor Freude lacht.
Und auch wenn mein Blog „Dopamin zum Frühstück“ heißt, bedeutet das nicht, dass ich immer lachen oder glücklich sein muss. Es bedeutet genauso, auch die dunklen Tage zuzulassen, darüber zu schreiben und vielleicht einem Menschen, dem es gerade ähnlich geht, zu zeigen: Du darfst traurig sein. Du darfst all deine Gefühle zulassen – und wenn du bereit bist, wird das Lächeln dich wiederfinden.
Denn für mich bedeutet „Dopamin zum Frühstück“ nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen. Es bedeutet auch, durch die Stürme des Lebens zu gehen. Nicht stehen zu bleiben und nur zu hoffen: „Wird schon irgendwie.“ Sondern die negativen Gefühle anzunehmen und trotzdem weiter am Leben teilzunehmen – damit wieder Raum für wertvolle und glückliche Momente entstehen kann.
Danke an Anita: Sie sammelt bei den Sonntags Top 7 die Rückblicke auf die sieben Themengebiete der Woche:
- Gelesen
- Gehört/Gesehen
- Erlebnis
- Genuss
- Drinnen/Draußen
- Web-Fundstück/e
- Hobbys
Meine sonntags Top 7
Gelesen
Bücher
- „Das Lied des Bruders“ von T.J. Klune
Nach fast vier Wochen habe ich das Buch am Freitag beendet. Ich wollte es nicht beenden, weil es der letzte Roman der „Green Creek“- Reihe war. Ich wollte weiter mit Ox, Joe, Robbie, Kelly, Chris, Mark, Carter, Gordo, Gavin, Eliszabeth, Rico, Bambi, Tanner…mitfiebern. Wollte einfach für immer in ihrer Welt bleiben. Denn es fühlte sich nach „zuhause“ an.
Gehört/Gesehen
Musik:
Zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich diese Woche nicht bewusst Musik gehört. Hier und da lief bei der Arbeit etwas Radiogedudel, aber sonst war es still.
Dafür habe ich jeden Morgen die Vögel in meinem Garten zwitschern hören – und Burkis „Miau“, wenn er morgens aufs Bett sprang, um gekuschelt zu werden.
Gesehen
Gesehen habe ich Eichhörnchen im Park und abends habe ich manchmal eine Folge „White Collar“ gesehen.
Erlebnis
Am vergangenen Sonntag war ich zur Aufstiegsfeier des Vfl Osnabrück. Es war eine wundervolle Feier und ich hoffe sehr, dass der VfL es schafft in der 2. Liga zu bleiben.
Am Mittwoch war ich bei meinem spirituellen Sonnenschein Katja. Sie ist momentan einer der wenigen Menschen, die mich wirklich halten können und dürfen. Bei ihr kann ich hemmungslos weinen und all meine Gefühle und Gedanken zeigen, ohne bewertet zu werden.
Auch wenn die Trennung nun schon – oder vielleicht erst – acht Monate zurückliegt, gibt sie mir das Gefühl, dass es okay ist, noch traurig und zerrissen zu sein. Mittlerweile werden die Stimmen lauter, die sagen, dass es endlich Zeit wird, Vicky hinter mir zu lassen. Doch durch Katja weiß ich: Niemand hat das Recht zu entscheiden, wie lange ein Mensch braucht, um eine Trennung zu verarbeiten.
Am Donnerstag war ich zum ersten Mal seit fast zwei Jahren wieder bouldern – und es hat sich richtig gut angefühlt. Auch wenn ich nach einer Stunde völlig platt war: Bouldern bekommt jetzt wieder einen festen Platz in meinem Leben.
Den Freitag habe ich mit Lesen und Meditation im Park verbracht. Es war schön, einfach auf der Wiese zu liegen und nur zu sein.
Und ich habe mit einer Arbeitskollegin telefoniert, die sich derzeit in Elternzeit befindet. Es war ein richtig schönes Telefonat.

Genuss
Am Montag habe ich das Kung Fu Training so richtig genossen und viel Wut rausgelassen. Nach dem zweistündigen Training war ich fix und fertig, aber so richtig zufrieden.
Auch das Bouldern am Donnerstag habe ich sehr genossen – nicht nur das Klettern selbst, sondern auch die netten Gespräche und das Wiedersehen mit einer ehemaligen Arbeitskollegin.
Kulinarisch gab es keine besonderen Highlights.
Drinnen/Draußen
Drinnen
In meinen eigenen vier Wänden habe ich versucht, so wenig Zeit wie möglich zu verbringen. Wenn ich zu Hause war, habe ich vor allem gelesen und geschrieben.
Und ich habe zwei neue Blogartikel geschrieben und veröffentlicht:
- Die emotional stabilste Version von mir trägt Hoodies in L
- Mein Dopamin zum Frühstück- 6 kleine Rituale, die mich entspannt in den Tag starten lassen
Draußen
Draußen habe ich vor allem Zeit im Grünen verbracht, aber auch mal wieder in der Stadt.
Web- Fundstücke
In dieser Woche keine.
Hobbys
Lesen, schreiben, Kung Fu, bouldern und spazieren.
Damit endet mein Sonntagsglück dieser Woche. Ich wünsche euch einen entspannten Sonntag und viele kleine Glücksmomente in den kommenden Tagen.
Welche Momente haben eure Woche besonders gemacht?
Anja
Danke an Antetanni für die Bereitstellung des Beitragsbildes.
